Kartenset
mit Handlungshilfen gegen Gewalt und Diskriminierung
Das Kartenset
Das Kartenset stellt unterschiedliche Beispiele von Gewalt- oder Diskriminierungsfällen dar. Auf der Rückseite der einzelnen Karten werden mögliche Handlungshilfen aufgezeigt. Diese Hilfen sollen lediglich als Orientierung dienen und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Das Kartenset ist für den Einsatz im Fußballverein bestimmt und soll den handelnden Personen ein Bewusstsein und Handlungssicherheit für und im Umgang mit Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle geben. Übernehmen Sie die Handlungshilfen, die für Sie und Ihr Team am passendsten sind.
Allgemein
Trainingsszene
Szene nach dem Training
Szene vor dem Spiel
Spielszene
Szene nach dem Spiel
Durch Klick auf die Karten können Sie die Handlungsempfehlung einsehen
Eine Spielerin versucht eine Gegenspielerin durch Gewaltandrohung einzuschüchtern:
„Wenn du das noch einmal machst, haue ich dir eine rein!“
- Unterbrechen Sie das Spiel. Lassen Sie alle Spielerinnen wissen, dass dieses Verhalten nicht toleriert wird.
- Sprechen Sie mit der Spielerin. Erklären Sie, dass dieses Verhalten falsch war und welche Konsequenzen es haben kann.
- Nach dem Training können Sie ein Einzelgespräch führen. Versuchen Sie zu verstehen, warum sie sich so verhalten hat.
- Sprechen Sie mit allen Spielerinnen über den Konflikt. Hören Sie zu und nehmen Sie die Sorgen ernst. Reflektieren Sie gemeinsam, was passiert ist und wie der Konflikt hätte besser gelöst werden können. Entwickeln Sie gemeinsam Strategien, um zukünftige Konflikte zu vermeiden.
Eltern eines D-Jugendteams hetzen ihre Kinder gegen das gegnerische Team auf:
„Tim lass dich nicht so abkochen, der kann doch nix!“
- Sprechen Sie störende Eltern direkt an. Tun Sie dies auf ruhige und sachliche Weise und erklären Sie ihnen, dass ihr Verhalten das Spiel stört und nicht toleriert wird.
- Konzentrieren Sie sich auf das Problemverhalten (keine Schuldzuweisungen) und benennen Sie konkrete Verbesserungsvorschläge
- Bitten Sie das störende Elternteil, sich zu beruhigen und das Spielgeschehen nicht weiter zu stören.
Es kommt häufiger zu Ärger mit den Eltern: Streit mit anderen Eltern, Schiris und/oder Kinder werden beschimpft.
- Wenn störende Eltern sich nicht beruhigen oder ihr Verhalten weiter stört, müssen Sie Konsequenzen ziehen. Dies kann ein Platzverweis oder ein Spielverbot für das spielende Kind sein.
- Informieren Sie Eltern und Trainer*innen über die Verhaltensregeln im Verein.
- Bieten Sie Eltern und Trainer*innen die Möglichkeit, sich aktiv in das Vereinsleben einzubringen.
- Sensibilisieren Sie für das Thema Gewalt und Diskriminierung im Sport.
Junge Betreuerinnen können sich nicht richtig durchsetzen und werden ständig von Eltern angemacht. Die Eltern greifen in die Führung des Teams ein:
„Komm lass mich das mal besser machen, als junges Mädchen kannst du dich hier sowieso nicht durchsetzen.“
Sprechen Sie mit den Eltern.
- Zeigen Sie ihnen klar und höflich die Grenzen auf.
- Kommunizieren Sie Ihre Entscheidungen und erklären Sie die Hintergründe.
- Bleiben Sie ruhig und sachlich, auch wenn die Eltern emotional reagieren.
- Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung im Verein.
- Informieren Sie den Vereinsverantwortlichen über den Vorfall und fordern Sie Support an.
Trotz geführter Elterngespräche können die Vereinsverantwortlichen das Problem, dass junge Betreuerinnen ständig von Eltern verbal angegangen werden, nicht final lösen und fühlen sich überfordert.
- Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Verein hat die Pflicht, seine Trainer*innen zu schützen und zu unterstützen.
- Informieren Sie den Verein und den Fußballkreis/Verband über gravierende Vorfälle. Dokumentieren Sie die Vorkommnisse.
Der Verein stellt fest, dass es in der Vergangenheit häufiger bei Spielen eigener Teams zu Gewaltvorfällen unter Eltern gekommen ist und möchte sich mit den Gründen hierfür auseinandersetzen.
- Der Verein sollte klare Regeln für das Verhalten von Eltern am Spielfeldrand festlegen. Diese Regeln sollten allen Eltern bekannt sein und konsequent durchgesetzt werden.
- Der Verein sollte regelmäßig Schulungen und Informationsveranstaltungen für Eltern anbieten. Diese Veranstaltungen sollten Themen wie Fairplay, Respekt und die Rolle von Trainer*innen behandeln.
Während eines U19-Spiels kommt es zu rassistischen Äußerungen von Zuschauer*innen des gegnerischen Teams gegen einen Schwarzen Spieler ihres Teams. Der Spieler wird mit rassistischen Beleidigungen wie „Affe“ und „Banane“ beschimpft.
- Nehmen Sie Kontakt zum Schiri auf, damit dieser das Spiel sofort unterbricht. Zeigen Sie ihm den rassistischen Vorfall an und fordern Sie ihn auf, die Situation zu unterbinden.
- Wenden Sie sich an die Zuschauer*innen des gegnerischen Teams und verurteilen Sie den rassistischen Vorfall aufs Schärfste. Machen Sie deutlich, dass solche Äußerungen inakzeptabel sind und dass der Verein rechtliche Schritte einleiten wird, wenn sich solche Vorfälle wiederholen.
- Gehen Sie zu Ihrem Spieler und sprechen Sie mit ihm. Zeigen Sie ihm Ihre Unterstützung und bieten Sie an, ihn bei der Anzeige des Vorfalls zu unterstützen.
In einem soeben beendeten U19-Spiel kam es zu rassistischen Äußerungen von Zuschauer*innen des gegnerischen Teams gegen einen Schwarzen Spieler Ihres Teams.
Der Spieler wurde mit rassistischen Beleidigungen wie „Affe“ und „Banane“ beschimpft.
- Sprechen Sie mit Ihrem Team über den rassistischen Vorfall. Erklären Sie den Spielern, was Rassismus ist, warum er schädlich ist und wie man sich dagegen wehren kann.
- Informieren Sie den gegnerischen Verein über den Vorfall und fordern Sie Maßnahmen. Der Verein kann z. B. die Zuschauer*innen, die die rassistischen Äußerungen gemacht haben, vom Sportplatz verweisen und den Vorfall melden.
- Bieten Sie dem Spieler weiterhin Ihre Unterstützung an und sorgen Sie dafür, dass er die nötige Hilfe bekommt, um den rassistischen Vorfall zu verarbeiten.
Der gegnerische Trainer schreit deutlich hörbar in der Ansprache kurz vor dem Spiel zum eigenen Team:
„Die schwule Truppe schießen wir heute vom Platz!“
- Zeigen Sie Ihren Spielern Ihre Solidarität und machen deutlich, dass Sie die homofeindlichen Äußerung des gegnerischen Trainers nicht akzeptieren.
- Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Spieler auf das Spiel und ermutigen Sie sie, ihr Bestes zu geben. Lassen Sie sich nicht von der Äußerung des gegnerischen Trainers provozieren.
- Fordern Sie Ihre Spieler auf, fair zu spielen und sich nicht von dem gegnerischen Trainer oder seinen Spielern provozieren zu lassen.
- Sind Sie Ihren Spielern ein Vorbild an respektvollem Verhalten. Vermeiden Sie selbst jegliche homofeindlichen und transfeindlichen Äußerungen oder Gesten.
- Suchen Sie das Gespräch mit dem Trainer des gegnerischen Teams.
Nach Schlusspfiff kommt ein Spieler Ihres Teams zu Ihnen und beschwert sich, dass er das gesamte Spiel von seinem Gegenspieler als „Schwuchtel“* beleidigt wurde.
*„Schwuchtel“ als Schimpfwort: Damit werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung abgewertet.
- Sprechen Sie mit Ihren Spielern über die homofeindliche Äußerung des gegnerischen Spielers. Erklären Sie ihnen, warum die Äußerung falsch war und warum Homo- und Transfeindlichkeit nicht akzeptiert werden können.
- Sensibilisieren Sie Ihre Spieler für die Themen Homosexualität und Homofeindlichkeit. Sie können z. B. Aufklärungsarbeit leisten oder Informationsmaterial zur Verfügung stellen.
- Melden Sie den Vorfall dem Schiri und/oder dem Verein. Diese können weitere Maßnahmen ergreifen, z. B. den Vorfall bei der entsprechenden Anlaufstelle im Fußball melden, sodass der gegnerische Spieler entsprechend sanktioniert werden kann.
Bei einem Jugendspiel zwischen zwei Lokalrivalen pfeift der Schiri in der Schlussphase einen umstrittenen Elfmeter für das gegnerische Team.
Ein aufgebrachter Vater von einer Ihrer Spielerinnen stürmt daraufhin auf das Feld und schubst den Schiri heftig, sodass dieser zu Boden fällt.
- Versuchen Sie die Situation umgehend zu deeskalieren, indem Sie sich zwischen den Angreifenden und Schiri stellen und beruhigend auf den Angreifenden einwirken.
- Durch ruhiges und besonnenes Verhalten können Sie ein positives Beispiel für Spielerinnen und andere Zuschauer*innen setzen.
- Informieren Sie den Ordnungsdienst, um dafür zur sorgen, dass der Zuschauer von der Platzanlage verwiesen wird.
- Nach dem Vorfall sollten Sie mit Ihrem Team über das Geschehene sprechen und die Wichtigkeit von Respekt und Fairplay betonen.
- Suchen Sie ein Gespräch mit den Eltern, um die Konsequenzen solchen Verhaltens zu verdeutlichen und Verhaltensregeln für zukünftige Spiele festzulegen.
- Langfristig können Sie Workshops zum Thema Gewaltprävention und respektvolles Verhalten für Spieler und Eltern organisieren.
- Arbeiten Sie mit der Vereinsführung zusammen, um klare Richtlinien für das Verhalten von Zuschauern zu entwickeln und durchzusetzen.
In einem Trainingsspiel verfehlt eine Spielerin ein einfaches Tor und eine Mitspielerin ruft laut:
„Mann, bist du blind, oder was? Sogar meine behinderte* Oma hätte den reingemacht!“
*„behindert“ als Schimpfwort: Menschen werden aufgrund einer Behinderung abgewertet.
- Reagieren Sie sofort: Unterbrechen Sie das Trainingsspiel umgehend.
- Sprechen Sie den Vorfall direkt an: Rufen Sie die Spielerin zu sich und erklären Sie ihr in ruhigem, aber be-stimmtem Ton, warum diese Aussage problematisch ist.
- Nutzen Sie den Moment zur Aufklärung: Versammeln Sie das gesamte Team und erläutern Sie kurz, warum solche Äußerungen diskriminierend sind und nicht toleriert werden.
- Setzen Sie klare Konsequenzen: Informieren Sie die Spielerin und das Team über die Folgen solchen Ver-haltens, z.B. Spielausschluss oder zusätzliche Trainingseinheiten.
Während einer Übung zum Jonglieren ruft ein Spieler seinem Teamkollegen, der gerade den Ball verloren hat, zu:
„Hey Lusche, bist du zu blöd den Ball hochzuhalten? Kein Wunder, dass du immer auf der Bank sitzt!“
- Unterbrechen Sie die Übung sofort: Stoppen Sie das Training, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.
- Sprechen Sie den Vorfall ruhig und sachlich aber direkt an: Rufen Sie beide beteiligten Spieler zu sich.
- Hören Sie beiden Seiten zu. Lassen Sie sowohl den provozierenden als auch den provozierten Spieler zu Wort kommen.
- Erklären Sie die Konsequenzen: Verdeutlichen Sie, wie solches Verhalten dem Teamgeist und der Leistung schadet.
- Fordern Sie eine Entschuldigung: Lassen Sie den provozierenden Spieler sich bei seinem Teamkollegen entschuldigen.
- Setzen Sie ein Zeichen: Verhängen Sie ggf. bei Wiederholung eine angemessene Konsequenz für den provozierenden Spieler, z.B. eine kurze Auszeit vom Training.
- Nutzen Sie den Vorfall als Lehrgelegenheit: Sprechen Sie mit dem gesamten Team über Respekt und Zusammenhalt.
Das Team zieht sich in der Kabine um. Eine übergewichtige Spielerin wird von einer Team-kollegin ausgelacht und verspottet:
„Hey Fettsack, dein Bauch wackelt ja immer noch von den Sprints. Kein Wunder, dass du immer als Letzte ankommst.“
*Als *Bodyshaming wird die Diskriminierung bzw. Beleidigung von Menschen aufgrund ihres Körpers bezeichnet.
- Unterbrechen Sie die Situation umgehend, aber ruhig und bestimmt.
- Bitten Sie die betroffene Spielerin kurz zu warten und schicken Sie die anderen aus der Kabine (sicheren Raum schaffen). Hören Sie ihr zu und versichern Sie ihr Ihre Unterstützung.
- Versammeln Sie das Team und nutzen Sie den Vorfall als Lehrgelegenheit.
- Verdeutlichen Sie, wie Bodyshaming das Selbstwertgefühl und die Teamdynamik beeinträchtigt.
- Betonen Sie, dass jeder Körper einzigartig ist und verschiedene Stärken hat.
- Nehmen Sie die spottende Spielerin beiseite und erklären Sie ihr in ruhigem Ton, warum ihr Verhalten inakzeptabel ist.
- Formulieren Sie gemeinsam mit dem Team Richtlinien gegen Diskriminierung jeglicher Art.
- Legen Sie fest, welche Folgen Bodyshaming und ähnliches Verhalten haben.
- Fördern Sie positives Feedback und ermutigen Sie die Spieler, sich gegenseitig für Leistungen und Fortschritte zu loben.
- Achten Sie auf Ihre eigene Sprache und Haltung bezüglich Körperformen und -gewicht.
Ein Spieler kommt nach dem Training zu Ihnen und erzählt, dass ein Spieler einen anderen Spieler in der Kabine ständig als “fettes Schwein“ bezeichnet und sich über seinen Körper lustig macht. Der Spieler berichtet, dass die Äußerungen den betroffenen Spieler sehr verletzen und niemand aus dem Team etwas dazu sagt.
*Als *Bodyshaming wird die Diskriminierung bzw. Beleidigung von Menschen aufgrund ihres Körpers bezeichnet.
- Bedanken Sie sich für die Information und würdigen Sie den Mut des Spielers, der den Vorfall gemeldet hat.
- Sprechen Sie diskret mit anderen Teammitgliedern, um ein vollständiges Bild der Situation zu erhalten.
- Führen Sie ein Einzelgespräch mit dem betroffenen Spieler: Drücken Sie Ihre Besorgnis aus und fragen Sie nach seinem Befinden. Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie seine Gefühle ernst. Versichern Sie ihm Ihre Unterstützung und den Wert, den er für das Team hat.
- Sprechen Sie mit dem beschuldigten Spieler unter vier Augen: Konfrontieren Sie ihn mit seinem Verhalten, ohne ihn zu verurteilen (Trennung von Person und Tat). Erklären Sie die negativen Auswirkungen von Bodyshaming. Fragen Sie nach den Gründen für sein Verhalten. Fordern Sie eine aufrichtige Entschuldigung beim betroffenen Spieler.
- Planen Sie eine Teambesprechung: Thematisieren Sie den Vorfall, ohne Namen zu nennen. Erklären Sie, warum Bodyshaming inakzeptabel ist. Diskutieren Sie mit dem Team über Respekt und Teamgeist. Entwickeln Sie gemeinsam Regeln für einen respektvollen Umgang.
- Ermutigen Sie die Spieler, problematisches Verhalten zu melden. Stellen Sie klar, dass solche Meldungen vertraulich behandelt werden.
In einem Trainingsspiel foult eine Spielerin ihre Gegenspielerin hart. Als beide aufstehen, stößt die gefoulte Spielerin ihre Gegenspielerin wütend und beschimpft sie lautstark. Die Spielerin, die das Foul begangen hat, reagiert, indem sie zurückschubst. Die Situation droht zu eskalieren.
- Greifen Sie sofort ein. Trennen Sie die Spielerinnen.
- Bleiben Sie gelassen. Sprechen Sie ruhig aber bestimmt.
- Lassen Sie jede Spielerin kurz ihre Sicht der Dinge schildern.
- Verdeutlichen Sie, dass solches Verhalten in einem Meisterschafts- oder Pokalspiel Strafen nach sich zieht und dem Team schadet.
- Lassen Sie die Spielerinnen sich gegenseitig die Hand reichen und sich entschuldigen.
- Nutzen Sie die Situation als Lehrgelegenheit: Besprechen Sie mit dem gesamten Team die Wichtigkeit von Selbstkontrolle und fairem Spiel.
- Implementieren Sie eine „Abkühlphase“: Führen Sie eine kurze Auszeit für Spielerinnen ein, die ihre Emotionen nicht kontrollieren können.
- Regen Sie die Spielerinnen an, über die Gefühle und möglichen Verletzungen der Gegnerinnen nachzudenken.
- Etablieren Sie klare Regeln und entwickeln Sie gemeinsam mit dem Team Verhaltensrichtlinien für solche Situationen.
- Setzen Sie auf positives Coaching: Loben Sie in Zukunft besonders faires Verhalten und gute Selbstkontrolle.
- Führen Sie Nachgespräche: Sprechen Sie in den folgenden Tagen noch einmal einzeln mit den beteiligten Spielerinnen.
- Beziehen bei wiederholtem Vorkommen die Eltern ein: Informieren Sie über den Vorfall und bitten Sie um Unterstützung bei der Vermittlung von Fair-Play-Werten.
- Überprüfen Sie, ob Sie als Trainer möglicherweise unbeabsichtigt aggressives Verhalten fördern.
Nach einem hart umkämpften Spiel, das mit einem knappen 2:1 für ihr Team endet, kommt es beim Verlassen des Spielfeldes zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem ihrer Spieler und einem Spieler des gegnerischen Teams. Die Situation eskaliert schnell, und es entwickelt sich eine Prügelei, in die sich auch andere Spieler beider Teams einmischen.
- Eilen Sie umgehend zum Ort des Geschehens und versuchen Sie, die Beteiligten zu trennen.
- Bitten Sie andere Trainer*innen, Betreuer*innen oder den Schiri um Hilfe bei der Deeskalation.
- Führen Sie Ihr Team umgehend in die Umkleidekabine, um weitere Konfrontationen zu vermeiden.
- Sprechen Sie in ruhigem, aber bestimmtem Ton mit Ihrem Team über den Vorfall.
- Lassen Sie die beteiligten Spieler ihre Version der Ereignisse schildern, ohne zu unterbrechen.
- Verurteilen Sie das Verhalten klar und machen Sie deutlich, dass Gewalt unter keinen Umständen akzeptabel ist.
- Informieren Sie über mögliche Strafen seitens des Verbands und zusätzliche vereinsinterne Sanktionen.
- Diskutieren Sie mit dem gesamten Team über Fairplay, Respekt und Emotionskontrolle.
- Entwickeln Sie Präventionsstrategien, erarbeiten Sie gemeinsam mit dem Team Techniken zur Deeskalation und Impulskontrolle.
- Informieren Sie die Eltern über den Vorfall und bitten Sie um Unterstützung bei der Vermittlung von Werten.
- Schlagen Sie vor, Workshops zu Gewaltprävention für alle Jugendteams durchzuführen.
- Überdenken Sie, ob Ihr Coaching-Stil möglicherweise unbeabsichtigt zu aggressivem Verhalten beiträgt.
In einem U17-Spiel gibt der Schiri in der letzten Minute einen umstrittenen Elfmeter gegen Ihr Team. Mehrere Ihrer Spieler umringen den Schiri, schreien ihn an und beschimpfen ihn als „blind“ und „unfähig“. Ein besonders aufgebrachter Spieler schubst den Schiri leicht.
- Entschuldigen Sie sich beim Schiri, zeigen Sie Respekt gegenüber Schiri und distanzieren Sie sich von dem Verhalten Ihrer Spieler.
- Machen Sie klar, dass Schiri-Entscheidungen zu respektieren sind, auch wenn sie umstritten sind.
- Versammeln Sie nach dem Spiel alle Spieler und besprechen Sie den Vorfall.
- Erklären Sie, welche Strafen solches Verhalten nach sich ziehen kann (Sperren, Geldstrafen für den Verein).
- Die beteiligten Spieler müssen sich beim Schiri entschuldigen.
- Initiieren Sie eine Reflexionsrunde: Lassen Sie jeden Spieler seine Gedanken und Gefühle zu dem Vorfall äußern.
- Erarbeiten Sie gemeinsam mit dem Team klare Richtlinien für den Umgang mit Schiris.
- Organisieren Sie einen Workshop zum Thema Respekt und Fairplay, eventuell mit Beteiligung eines Schiris.
- Setzen Sie auf positives Coaching: Loben Sie in Zukunft besonders respektvolles Verhalten gegenüber Schiris.
- Etablieren Sie ein Buddy-System: Teilen Sie jedem Spieler einen Partner zu, der ihn bei aufkommenden Emotionen beruhigen soll.
- Überprüfen Sie, ob Sie als Trainer möglicherweise unbeabsichtigt respektloses Verhalten gegenüber Schiris fördern.
- Bleiben Sie konsequent: Reagieren Sie auch in Zukunft sofort auf jegliches Fehlverhalten gegenüber Schiris.
- Regen Sie Ihre Spieler dazu an, über die schwierige Aufgabe und Position des Schiris nachzudenken.
In Ihrem U14-Team wird ein 13-jähriger von seinen Teamkollegen systematisch ausgegrenzt. Er wird bei Teamaktivitäten oft „vergessen“, bei Übungen zuletzt gewählt und in der Umkleidekabine ignoriert. Sie bemerken, dass der betroffene Spieler zunehmend isoliert wirkt und seine Leistungen nachlassen.
- Achten Sie auf Anzeichen von Ausgrenzung und dokumentieren Sie konkrete Vorfälle.
- Führen Sie ein Einzelgespräch mit dem betroffenen Spieler: Sprechen Sie einfühlsam mit ihm über seine Situation. Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie seine Gefühle ernst. Versichern Sie ihm Ihre Unterstützung.
- Führen Sie Einzelgespräche mit den Hauptakteuren: Fragen Sie nach den Gründen für ihr Verhalten. Verdeutlichen Sie die negativen Auswirkungen von Ausgrenzung. Heben Sie Stärken und Beiträge des betroffenen Spielers zum Team hervor.
- Fördern Sie Integration: Übertragen Sie dem betroffenen Spieler verantwortungsvolle Aufgaben im Team. Ermutigen Sie ihn, seine Stärken zu zeigen.
- Organisieren Sie eine Teambesprechung: Thematisieren Sie das Problem der Ausgrenzung, ohne Namen zu nennen. Diskutieren Sie die Bedeutung von Teamgeist und Zusammenhalt. Die Spieler sollen selbst Lösungsvorschläge entwickeln.
- Implementieren Sie Teambuilding-Aktivitäten: Planen Sie Übungen zur Stärkung des Zusammenhalts. Achten Sie auf die Einbeziehung aller Spieler.
- Überdenken Sie Ihre Trainingsmethoden: Vermeiden Sie Übungen, die Ausgrenzung begünstigen (z.B. Spieler wählen lassen).
- Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Team einen Verhaltenskodex gegen Ausgrenzung. Legen Sie gemeinsam Konsequenzen für Verstöße fest.
- Seien Sie Vorbild: Demonstrieren Sie durch Ihr eigenes Verhalten, wie wichtig Respekt und Inklusion sind.
Bei einem wichtigen Juniorinnen Turnier eskaliert die Situation zwischen den Eltern zweier rivalisierender Teams. Nach einer umstrittenen Schiri-Entscheidung beginnen einige Eltern, sich lautstark zu beschimpfen. Die Situation eskaliert weiter, als ein aufgebrachter Vater eine leere Plastikflasche aufs Spielfeld wirft. Daraufhin kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Elterngruppen am Spielfeldrand.
- Nehmen Sie Kontakt zum Schiri auf, damit dieser das Spiel unterbricht.
- Rufen Sie Ihre Spielerinnen zu sich und bringen Sie sie vom Spielfeld. Sorgen Sie für die Sicherheit Ihres Teams.
- Informieren Sie die Turnierleitung. Melden Sie den Vorfall umgehend den Turnierverantwortlichen. Fordern Sie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an, falls nötig.
- Versuchen Sie, beruhigend auf die Eltern Ihres Teams einzuwirken. Fordern Sie sie auf, sich von der Konfrontation fernzuhalten.
- Sprechen Sie mit Ihrem Team. Erklären Sie die Situation altersgerecht. Betonen Sie, dass solches Verhalten inakzeptabel ist. Hören Sie den Bedenken und Ängsten der Spielerinnen zu.
- Planen Sie ein Elterngespräch, organisieren Sie zeitnah ein Treffen mit allen Eltern Ihres Teams. Besprechen Sie den Vorfall und seine Auswirkungen auf die Kinder. Entwickeln Sie gemeinsam Verhaltensrichtlinien für zukünftige Spiele.
- Implementieren Sie präventive Maßnahmen, z. B. erstellen Sie einen Verhaltenskodex für Eltern und lassen Sie ihn unterschreiben. Führen Sie Eltern-Workshops zu Themen wie Fairplay und Vorbildfunktion durch.
- Fördern Sie positives Fanverhalten indem Sie z. B. Aktionen initiieren, die faires Anfeuern und gegenseitigen Respekt fördern. Loben Sie explizit positives Verhalten von Eltern und Fans.
In Ihrem U16-Team haben einige Spielerinnen eine WhatsApp-Gruppe erstellt, in der sie eine Mitspielerin regelmäßig beleidigen und bloßstellen. Sie posten peinliche Fotos von ihr aus der Umkleidekabine, machen sich über ihre sportlichen Leistungen lustig und schließen sie bewusst aus Gruppenaktivitäten aus.
Die betroffene Spielerin wird zunehmend verschlossen und ihre Leistungen im Training lassen nach. Eine besorgte Mitspielerin informiert Sie schließlich über die Situation.
Als *Bodyshaming wird die Diskriminierung bzw. Beleidigung von Menschen aufgrund ihres Körpers bezeichnet.
- Behandeln Sie den Vorfall mit höchster Priorität. Sammeln Sie so viele Informationen wie möglich über das Ausmaß des Mobbings. Bitten Sie um Screenshots.
- Führen Sie ein einfühlsames Gespräch unter vier Augen mit der betroffenen Spielerin. Hören Sie ihr aufmerksam zu und versichern Sie ihr Ihre Unterstützung. Fragen Sie nach ihrem Wohlbefinden und ob sie professionelle Hilfe wünscht.
- Sprechen Sie einzeln mit den hauptverantwortlichen Spielerinnen. Machen Sie die Konsequenzen ihres Handelns deutlich. Fordern Sie sie auf, das Mobbing sofort zu beenden und alle beleidigenden Inhalte zu löschen.
- Setzen Sie sowohl Eltern der betroffenen Spielerin als auch die Eltern der Täterinnen in Kenntnis. Erklären Sie die Situation und Ihre geplanten Maßnahmen.
- Organisieren Sie eine Teambesprechung und thematisieren Sie Cybermobbing und seine Folge.
- Lassen Sie die Spielerinnen selbst Regeln für den respektvollen Umgang online und offline entwickeln.
- Etablieren Sie im Verein ein Meldesystem: Ernennen Sie eine Vertrauensperson als Ansprechperson für Mobbingfälle im Verein.
- Setzen Sie auf Prävention: Machen Sie Anti-Mobbing zu einem regelmäßigen Thema im Loben Sie positives Verhalten und Zusammenhalt explizit.
Eine Trainerin eines anderen Teams aus dem gleichen Verein konfrontiert Sie damit, dass ihr in letzter Zeit vermehrt folgendes Verhalten aufgefallen ist: Sie schreien die Spielerinnen Ihres U14-Mädchenteams bei Fehlern lautstark an, verwenden dabei manchmal abwertende Ausdrücke und drohen ihnen mit Auswechslung oder Bankplätzen. In engen Spielsituationen fordern Sie Ihre Spielerinnen auf, den Gegner auch mal „richtig umzuhauen“ oder versteckte Fouls zu begehen.
Der Leistungsdruck auf die Spielerinnen hat sich deutlich erhöht, und einige wirken zunehmend verunsichert und ängstich.
- Nehmen Sie sich Zeit zur Selbstreflexion: Überdenken Sie Ihre jüngsten Interaktionen mit dem Team. Fragen Sie sich, ob Ihr Verhalten immer im besten Interesse der Spielerinnen war und mit Ihrer ursprüngliche Motivation, Trainerin zu werden, übereinstimmt.
- Sprechen Sie mit vertrauenswürdigen Kolleg*innen über Ihre Trainingsmethoden. Bitten Sie um eine ehrliche Einschätzung Ihres Verhaltens am Spielfeldrand.
- Beobachten Sie die Reaktionen Ihrer Spielerinnen: Achten Sie auf Anzeichen von Stress, Angst oder nachlassender Freude am Spiel. Überlegen Sie, ob diese Reaktionen mit Ihrem Trainer*innen-Verhalten zusammenhängen könnten.
- Informieren Sie sich über moderne, pädagogisch wertvolle Trainingsmethoden. Besuchen Sie Fortbildungen zum Thema positives Coaching und altersgerechtes Training.
- Offene Kommunikation: Fragen Sie Ihre Spielerinnen nach ihrem Wohlbefinden und ihrer Wahrnehmung des Trainings. Seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge und Kritik.
- Setzen Sie sich realistische überdenken Sie ggf. Ihre Erwartungen an das Team und die einzelnen Spielerinnen.
- Tauschen Sie sich mit anderen Trainer*innen über Herausforderungen und Lösungsansätze aus. Erwägen Sie bei Bedarf die Unterstützung durch Mentor*innen oder Coaching.
- Setzen Sie auf positive Verstärkung. Experimentieren Sie mit Trainingsmethoden, die auf Lob und Ermutigung basieren. Beobachten Sie, wie sich dies auf die Leistung und Motivation Ihrer Spielerinnen auswirkt.
In Ihrem U16-Team gibt es einen Spieler, der muslimischen Glaubens ist. Während des Ramadans fastet er tagsüber. Einige Teammitglieder machen sich darüber lustig, bezeichnen ihn als „Terrorist“ und behaupten, er würde dem Team schaden, weil er während des Fastens nicht seine volle Leistung bringen könne.
Sie hören zufällig, wie ein Spieler sagt: „Dein komischer Gott bringt uns nur Probleme.“
- Unterbrechen Sie die Situation Machen Sie klar, dass solches Verhalten inakzeptabel ist.
- Führen Sie ein einfühlsames Einzelgespräch mit dem muslimischen Spieler. Versichern Sie ihm Ihre Unterstützung und fragen Sie nach seinem Befinden.
- Konfrontieren Sie die diskriminierenden Spieler in einen Vier-Augen-Gespräch. Erklären Sie ihnen die Schwere ihres Verhaltens. Fordern Sie eine aufrichtige Entschuldigung.
- Thematisieren Sie den Vorfall mit dem gesamten Team. Erklären Sie, warum religiöse Diskriminierung inakzeptabel ist (Abwertung von Menschen auf Grund ihres Glaubens/Religion).
- Fördern Sie interkulturelles Verständnis. Laden Sie Expert*innen ein, die über verschiedene Religionen und Kulturen informieren. Ermutigen Sie den muslimischen Spieler, wenn er möchte, dem Team etwas über seine Religion zu erzählen. Betonen Sie die Stärke, die aus Vielfalt entsteht.
- Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Team einen Verhaltenskodex gegen Diskriminierung. Legen Sie gemeinsam Konsequenzen für Verstöße fest.
- Demonstrieren Sie durch Ihr eigenes Verhalten Respekt für alle Religionen und Kultur. Sprechen Sie offen über die Bereicherung durch Vielfalt im Team.
- Etablieren Sie ein Meldesystem: Ernennen Sie eine Ansprechperson für Fälle von Diskriminierung. Ermutigen Sie alle Spieler, diskriminierende Vorfälle zu melden.
- Suchen Sie Unterstützung: Arbeiten Sie mit dem Verein zusammen, um Anti-Diskriminierungs-Richtlinien zu entwickeln. Kontaktieren Sie bei Bedarf Organisationen, die sich auf interkulturelle Arbeit im Sport spezialisiert haben.
In Ihrem U17-Team ist ein Spieler, dessen Familie jüdischen Glaubens ist. Während eines Trainingsspiels macht ein Mitspieler eine antisemitische Bemerkung: „Spiel mal schneller, du Jude! Bist wohl zu geizig, um den Ball abzugeben?“
Andere Spieler lachen darüber. Sie bemerken, dass der betroffene Spieler sich unwohl fühlt und sich zurückzieht.
- Unterbrechen Sie das Spiel umgehend. Machen Sie deutlich, dass antisemitische Äußerungen absolut inakzeptabel sind.
- Sprechen Sie mit dem betroffenen Spieler: Führen Sie ein einfühlsames Gespräch unter vier Augen. Versichern Sie ihm Ihre volle Unterstützung und fragen Sie nach seinem Befinden.
- Nehmen Sie den Spieler, der die Bemerkung gemacht hat, beiseite. Erklären Sie ihm die Schwere seines Verhaltens und fordern Sie eine aufrichtige Entschuldigung.
- Sprechen Sie mit den Spielern, die gelacht haben, über die Problematik ihres Verhaltens. Verdeutlichen Sie, dass Mitlachen bei diskriminierenden Äußerungen nicht toleriert wird.
- Thematisieren Sie den Vorfall mit dem gesamten Team. Erklären Sie, warum Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung inakzeptabel ist.
- Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Team einen Verhaltenskodex gegen Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung. Legen Sie gemeinsam konkrete Konsequenzen für Verstöße fest.
- Demonstrieren Sie durch Ihr eigenes Verhalten Respekt für alle Religionen und Kulturen. Sprechen Sie offen über die Bereicherung durch Vielfalt im Team.
In einem U17-Spiel zwischen zwei rivalisierenden Teams eskaliert die Situation zunehmend. Einer Ihrer Spieler wird bei einem Zweikampf hart gefoult. Der Schiri pfeift, gibt dem gegnerischen Spieler die Gelbe Karte, aber Ihr Spieler ist sichtlich aufgebracht. Beim nächsten gegnerischen Ballbesitz revanchiert sich Ihr Spieler mit einem absichtlichen Ellbogenschlag. Der Schiri übersieht die Aktion. In der Folge nehmen die harten Zweikämpfe und versteckten Fouls auf beiden Seiten zu. Nun handelt es sich bei dem Spieler um den besten Spieler Ihres Teams, der gleichzeitig auch ein Führungsspieler des Teams ist. Ihn auszuwechseln bedeutet sehr wahrscheinlich, das Spiel zu verlieren.
- Reflektieren Sie kritisch, ob der kurzfristige Gewinn wichtiger ist als die langfristige Entwicklung Ihrer Spieler und des Teams. Bedenken Sie die möglichen Konsequenzen, wenn Sie unfaires Verhalten tolerieren.
- Sprechen Sie mit Ihrem Spieler: Nehmen Sie ihn kurz zur Seite und erklären Sie ihm, dass sein Verhalten dem Team schadet. Verdeutlichen Sie, dass Fairness und Teamgeist wichtiger sind als die individuelle Brillanz.
- Taktische Anpassung: Erwägen Sie, den auslösenden Spieler auf eine andere Position zu stellen, wo er weniger mit dem gegnerischen Spieler in Konflikt gerät. Instruieren Sie das Team, den auslösenden Spieler mehr einzubinden, um ihn zu beruhigen und seinen Fokus wiederherzustellen.
- Machen Sie dem Spieler klar, dass er nur weiterspielen darf, wenn er sich unter Kontrolle hat. Vereinbaren Sie ein Handzeichen, mit dem Sie ihn warnen können.
- Erinnern Sie den Spieler an seine Vorbildfunktion als Leistungsträger. Beauftragen Sie ihn, das Team zu beruhigen und Fairplay vorzuleben.
- Nach dem Spiel reflektieren: Besprechen Sie mit dem Spieler und dem Team die Situation und ihre Auswirkungen. Entwickeln Sie gemeinsam Strategien für künftige ähnliche Situationen.
- Langfristige Konsequenzen: Überdenken Sie, ob der Spieler trotz seiner Fähigkeiten die richtige Wahl als Führungsspieler ist. Erwägen Sie, die Verantwortung im Team breiter zu verteilen.
Nach einem intensiven und umstrittenen U19-Spiel, das Ihr Team knapp verloren hat, verweigert Ihr Kapitän dem gegnerischen Kapitän den Handschlag. Stattdessen wendet er sich demonstrativ ab und murmelt eine Beleidigung. Einige Ihrer Spieler folgen diesem Beispiel und verlassen das Feld, ohne dem Gegner die Hand zu geben.
- Falls möglich, schreiten Sie ein und fordern Sie ihren Kapitän auf, zurückzukommen. Begleiten Sie ihn persönlich zum Gegner für den Handschlag.
- Versammeln Sie Ihr Team noch auf dem Platz. Erklären Sie kurz und bestimmt, dass Sie dieses Verhalten nicht akzeptieren. Weisen Sie alle an, zurückzugehen und die Gegner ordnungsgemäß zu verabschieden.
- Gehen Sie selbst zu den gegnerischen Trainer*innen und dem Kapitän. Entschuldigen Sie sich für das Verhalten Ihrer Spieler.
- Nehmen Sie sich direkt nach dem Spiel Zeit für eine Teambesprechung. Thematisieren Sie die Bedeutung von Respekt und Fairplay, unabhängig vom Spielausgang.
- Führen Sie ein ernsthaftes Gespräch mit Ihrem Kapitän unter vier Augen. Verdeutlichen Sie ihm seine Vorbildrolle und die Konsequenzen seines Handelns.
- Nutzen Sie den Vorfall als Lehrgelegenheit für das gesamte Team. Diskutieren Sie in der nächsten Trainingseinheit über Sportlichkeit und deren Bedeutung.
- Hinterfragen Sie Ihr eigenes Verhalten als Trainer*in. Überlegen Sie, ob Sie möglicherweise unbeabsichtigt zu viel Druck aufgebaut haben.
Das Team wird in Zweiergruppen für Passübungen eingeteilt. Ein neuer Spieler, wird seinem Partner zugeteilt. Dieser reagiert aggressiv:
„Scheiße, ey! Mit dem Assi-Kid mach ich nicht! Der stinkt ja bis hier hin nach Hartz IV. Guck dir mal seine Gammel-Treter an… wahrscheinlich vom Sperrmüll!“
- Unterbrechen Sie das Training umgehend und stellen Sie die diskriminierenden Äußerungen sofort ein.
- Verdeutlichen Sie dem Team, dass soziale Herkunft keinerlei Einfluss auf den Wert eines Menschen oder seine sportlichen Fähigkeiten hat.
- Führen Sie ein kurzes Einzelgespräch mit dem betroffenen Spieler, um ihm Unterstützung anzubieten.
- Nutzen Sie den Vorfall als Gelegenheit, um mit dem Team über soziale Ungleichheit und deren Auswirkungen zu sprechen.
- Entwickeln Sie gemeinsam mit den Spielern Regeln für einen respektvollen Umgang, unabhängig von der sozialen Herkunft.
- Planen Sie Teambuilding-Aktivitäten, die den Zusammenhalt fördern und soziale Barrieren abbauen.
- Überprüfen Sie kritisch, ob es im Vereinsumfeld unbeabsichtigte finanzielle Hürden gibt, die ausgrenzend wirken könnten. Prüfen Sie Unterstützungsangebote für finanziell/sozial benachteiligte Personen.
- Bleiben Sie wachsam für subtile Formen der Ausgrenzung aufgrund sozialer Herkunft und greifen Sie konsequent ein.
Während eines Trainingsspiels ruft ein Spieler seinem Teamkollegen zu:
„Ey Bruder, bist du Totalschaden oder was? Mach richtig, du xyz!“
- Unterbrechen Sie das Spiel kurz. Nehmen Sie den Spieler beiseite, der die Beleidigung ausgesprochen hat.
- Erklären Sie ruhig, aber bestimmt, dass solche Ausdrücke im Training und Spiel nicht akzeptabel sind, auch wenn sie „nicht so gemeint“ waren.
- Führen Sie mit dem Team ein Gespräch über die Wirkung von Sprache. Verdeutlichen Sie, dass auch unbedachte Äußerungen verletzen können.
- Etablieren Sie gemeinsam mit den Spielern Regeln für eine respektvolle Kommunikation im Team. Lassen Sie die Jugendlichen selbst Vorschläge machen.
- Implementieren Sie positive Verstärkung. Loben Sie Spieler, die sich respektvoll ausdrücken und andere ermutigen.
- Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst. Achten Sie auf Ihre eigene Sprache und Reaktionen während des Trainings.
- Thematisieren Sie regelmäßig die Bedeutung von Teamgeist und wie Sprache diesen beeinflussen kann.
- Bleiben Sie konsequent. Reagieren Sie auf Verstöße, indem Sie den Spieler kurz aus dem Spiel nehmen und die Situation besprechen.
Während eines Juniorinnen-Spiels pfeifen einige männliche Zuschauer einer Spielerin hinterher, als sie zum Eckball läuft.
- Reagieren Sie sofort auf das Catcalling*.
- Sprechen Sie den Schiri an und fordern Sie den Ordnungsdienst des Heimvereins auf, solches Verhalten zu unterbinden.
- Gehen Sie selbst ggf. zu der Gruppe der rufenden Zuschauer. Erklären Sie ruhig, aber bestimmt, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist.
- Suchen Sie Unterstützung bei anwesenden Erwachsenen, um die Situation zu beruhigen.
- Sprechen Sie, wenn möglich, kurz mit der betroffenen Spielerin und versichern Sie ihr Ihre Unterstützung.
- Besprechen Sie nach dem Spiel im Team, wie mit solchen Situationen umgegangen werden kann: Wenn eine Spielerin sich durch sexualisierte Belästigung bedroht oder belästigt fühlt, sollte sie sich zuerst in Sicherheit bringen. Das kann bedeuten, sich von der Person zu entfernen, zu einem Vereinsverantwortlichen zu gehen oder den Platz zu verlassen.
- Ermutigen Sie Ihre Spielerinnen, solche Vorfälle immer zu melden und sich gegenseitig zu unterstützen.
- Arbeiten Sie mit Ihrem Verein an klaren Regeln und Konsequenzen für solches Verhalten. (Bspw. mit Hilfe eines Schutzkonzeptes)
*Catcalling bezeichnet übergriffige, sexuell aufgeladene Bemerkungen von Männern gegenüber Frauen im öffentlichen RaumEin Vorstandsmitglied des Vereins äußert sich in einem öffentlichen Gespräch abwertend über die weiblichen Teams im Verein. Er sagt zum Beispiel:
„Die Frauenmannschaften sind nur zum Spaß dabei, sie können eh nicht gegen Männermannschaften gewinnen.“
Die Spielerinnen eines Juniorinnen-Teams bekommen diese Äußerungen zu Ohren und fühlen sich dadurch verletzt und demotiviert.
- Suchen Sie das Gespräch mit dem Vorstandsmitglied um ihm zu erklären, dass seine Äußerungen die Spielerinnen verletzt und demotiviert haben. Sie sollten ihm klar und deutlich sagen, dass sein Verhalten inakzeptabel ist und nicht toleriert wird.
- Sie sollten mit Ihren Spielerinnen sprechen und ihnen Ihre Unterstützung Sie sollten ihnen versichern, dass Sie stolz auf ihre Leistung sind und, dass Sie sich für ihre Interessen einsetzen werden.
- Informieren Sie den Vorstand des Vereins über den Vorfall.
- Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung von anderen Personen oder Institutionen.
- Regen Sie an, ein gemeinsames Schutzkonzept für den Verein zu entwickeln.
Im Training Ihres Teams nehmen Sie immer wieder diskriminierende Äußerungen wahr, die als vermeintlich lockere Sprüche, die von Ihren Spieler*innen spaßig gemeint sind, getätigt werden.
- Fördern Sie Empathie: Regen Sie die Spieler*innen dazu an, darüber nachzudenken, wie sich betroffene Menschen bei solchen Aussagen fühlen könnten.
- Etablieren Sie eine inklusive Sprache: Führen Sie alternative, respektvolle Ausdrucksweisen ein, die die Spieler*innen stattdessen verwenden können.
- Seien Sie Vorbild: Achten Sie besonders auf Ihre eigene Sprache und vermeiden Sie selbst jegliche Form von diskriminierenden Äußerungen.
- Entwickeln Sie einen Verhaltenskodex: Arbeiten Sie gemeinsam mit dem Team Richtlinien für respektvolles Verhalten aus und lassen Sie alle Spieler*innen diesen unterschreiben.
- Bleiben Sie konsequent: Reagieren Sie auf jeden Vorfall von Diskriminierung, um zu zeigen, dass dieses Verhalten niemals akzeptabel ist.
- Implementieren Sie positive Verstärkung, indem Sie in Zukunft besonders respektvolles und unterstützendes Verhalten loben.
- Führen Sie Teambuilding-Übungen ein, indem Sie Aktivitäten integrieren, die den Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt fördern.
- Sprechen Sie bei wiederholten Problemen mit den betreffenden Spieler*innen unter vier Augen.
- Bieten Sie Unterstützung an und stellen Sie sicher, dass betroffene Spieler*innen wissen, an wen sie sich bei Problemen wenden können.
- Besprechen Sie in Teamsitzungen, wie sich die Atmosphäre entwickelt und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.
In der 60. Minute eines Juniorinnen-Spiels grätscht die Flügelspielerin an der Außenlinie vor den Trainer*innen-Bänken in ihre Gegenspielerin hinein und foult diese. Sofort springen beide Bänke auf, Spielerinnen von Heim und Gast drohen sich gegenseitig verbal in einem Rudel, ohne dass es zu Übergriffen kommt. Der Schiri versucht die Situation zu beruhigen, was jedoch keine Wirkung zeigt.
- In einer solchen Situation sind die Schiris ab der Saison 2024/25 angehalten, das DFB-STOPP-Konzept anzuwenden.
- Falls dies nicht auf Initiative des Schiris geschieht, den Schiri auf diese Möglichkeit hinweisen und darum bitten, das DFB-STOPP-Konzept anzuwenden.
- Durch ein Zeichen (überkreuzt Arme über dem Kopf) des Schiris werden beide Teams dazu aufgerufen, in den eigenen Strafraum zu laufen. Sollte dies aufgrund äußerer Einflüsse nicht möglich sein, bestimmt der Schiri ggf. einen anderen Ort.
- Der Schiri weist an, wer sich im Mittelkreis versammeln soll. Dies sind in der Regel die Kapitäninnen. Es können aber ggf. auch Trainer*innen oder auch Ordner*innen sein.
- Alle Spielerinnen, die den Strafraum unerlaubt verlassen, werden verwarnt.
- Schiri erklärt den Grund für die Beruhigungspause und teilt die voraussichtliche Dauer mit, welche sich danach orientiert, wann eine geordnete Spielfortsetzung wieder möglich ist.
- Schiri bittet Anwesende auf ihre Spielerinnen / Teamoffiziellen / Zuschauer*innen beruhigend einzuwirken & soweit möglich eine Lautsprecherdurchsage durchzuführen.
- Während dieser Zeit darf ein*e Teamoffizielle*r Getränke zu den Spielerinnen bringen Behandlungen durchführen. Alle anderen Teamoffiziellen und Wechselspielerinnen bleiben an deren Bank bzw. in der technischen Zone.
- Nach Besserung der Lage werden Spielführerinnen, Trainer*innen und Platzordner*innen wieder in den Mittelkreis gerufen und die Fortsetzung des Spiels angekündigt, sodass sich alle bereit machen können.
In einem engen U19-Spiel pfeift der Schiri einen Elfmeter für das gegnerische Team. Mit dieser Entscheidung sind ihre Spieler nicht einverstanden, belagern den Schiri und reden zu fünft auf ihn ein.
- Halten Sie sich zurück und weisen Sie Ihre Spieler auf den zur Saison 2024/25 eingeführten Kapitänsdialog hin.
- Für den Kapitänsdialog gilt, dass bei wichtigen Entscheidungen (z.B. Strafstoßentscheidungen) nur der Kapitän mit dem Schiri kommunizieren darf.
- Der Schiri zeigt dies durch den waagerecht nach vorne ausgestrecktem Arm an, der signalisiert, dass bis auf den Kapitän weitere Spieler mindestens vier Meter Abstand halten sollen. Spieler, die sich daran nicht halten, können verwarnt werden.
- Die Kommunikation soll zukünftig noch aktiver auch durch den Schiri mit dem Kapitän gesucht werden, um wichtige oder spielentscheidende Situationen kurz zu erklären. Auf diese Weise soll ein sachlicher Austausch auf beiden Seiten gefördert und ein besseres Verständnis füreinander auf dem Platz geschaffen werden.
- Das Spiel soll nach wichtigen Entscheidungen dadurch ruhiger und nach einem kurzen Austausch schneller als bisher fortgesetzt werden.
- Den Vorgang im Nachgang des Spiels nochmals ausführlich mit dem Team besprechen.
Hintergrund
In Ihrer Rolle als Trainer*in oder Vereinsvertreter*in haben Sie die wertvolle Möglichkeit, nicht nur die sportlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu fördern, sondern auch deren körperliches und emotionales Wohlbefinden zu unterstützen und wichtige Werte des Zusammenlebens zu vermitteln. Ihre positive Präsenz und Ihr Engagement sind von unschätzbarem Wert.
Es ist wichtig, dass Sie in Fällen von Gewalt und Diskriminierung aktiv werden, um ein sicheres und respektvolles Umfeld zu gewährleisten. Ob es sich um verbale oder körperliche Gewalt von Eltern, Zuschauer*innen, Kindern oder Trainerkolleg*innen handelt oder um Diskriminierung aufgrund von ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Behinderung, sozialem Status, Religion, Weltanschauung, Nationalität, äußerlichem Erscheinungsbild oder Geschlechtsausdruck – Ihr Eingreifen kann einen großen Unterschied machen. Ihr Umgang mit Konflikten und Ihre Haltung gegenüber Gewalt und Diskriminierung haben einen direkten Einfluss auf die jungen Menschen, die Ihnen anvertraut sind. Sie tragen dazu bei, dass sich alle Kinder und Jugendlichen akzeptiert und unterstützt fühlen.
Ihr Eingreifen kann den betroffenen Personen das Gefühl geben, gehört und geschützt zu werden. Es setzt ein klares Zeichen gegen Gewalt und Diskriminierung und zeigt den Akteur*innen, dass solches Verhalten nicht toleriert wird. Indem Sie aktiv gegen Gewalt und Diskriminierung vorgehen, wirken Sie als Vorbilder und sensibilisieren sowohl Kinder als auch Erwachsene für die Bedeutung von Respekt und Gleichberechtigung. Ihre Haltung und Ihr Handeln prägen die Werte, die Sie vermitteln, und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Teams. Zusammen können wir eine Sportwelt gestalten, die frei von Vorurteilen und voller gegenseitiger Unterstützung ist.
Durch Ihr Handeln setzen Sie ein starkes Zeichen für Respekt und wertschätzendes Miteinander und helfen dabei, eine positive und ermutigende Atmosphäre zu schaffen, in der jede*r sich wohlfühlen und das volle Potenzial entfalten kann.
Kontakt
Wenn Du im Fußball Betroffene*r von Gewalt oder Diskriminierung geworden bist oder Kenntnis von einem solchen Vorfall hast, wenden Dich an die die Zentrale Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfälle des WDFV und melde den Vorfall. Dies kann entweder per Mail an anlaufstelle(at)wdfv.de oder über das entsprechende Kontaktformular (Vorfall melden!) auf der WDFV-Homepage erfolgen. Die WDFV-Anlaufstelle wird Ihre Meldung vertraulich aufnehmen und den Fall mit der nötigen Sensibilität bearbeiten. Dabei liegt der Fokus auf der Unterstützung der Betroffenen.
Bei Fragen rund um das Thema „sexualisierte Gewalt“ können sich Vereine, die Hilfe benötigen, Kinder und Jugendliche, die Vorfälle schildern möchten per Mail an anlaufstelle(at)fvm.de an die FVM-Anlaufstelle wenden. Telefonisch ist die Anlaufstelle unter 02242/91875-50 zu erreichen.
Alle Meldungen und Informationen an die Anlaufstelle bleiben selbstverständlich vertraulich.
